Aventin Blog: Legenden
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Freitag, 22. April 2016

Die Oase | Die Legende von einem modernen Menschen


Ein "moderner" Mensch verirrte sich in der Wüste. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn fast ausgedörrt. Da sah er in einiger Entfernung eine Oase. Aha, eine Fata Morgana, dachte er, eine Luftspiegelung, die mich narrt. Denn in Wirklichkeit ist gar nichts da.

Er näherte sich der Oase, aber sie verschwand nicht. Er sah immer deutlicher die Dattelpalmen, das Gras und vor allem die Quelle. Natürlich eine Hungerfantasie, die mir mein halb wahnsinniges Gehirn vorgaukelt, dachte er. Solche Fantasien hat man bekanntlich in meinem Zustand. Jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln. Eine Gehör-Halluzination. Wie grausam die Natur doch ist.

Kurze Zeit später fanden ihn zwei Beduinen tot. "Kannst du so etwas verstehen?" sagte der eine zum anderen, "die Datteln wachsen ihm beinahe in den Mund und dicht neben der Quelle liegt er verhungert und verdurstet! Wie ist das möglich?"

Da antwortete der andere: "Er war ein moderner Mensch."




Samstag, 5. Dezember 2015

Der Heilige Nikolaus • Patron der Pfandleiher und Bankiers


Der Hl. Nikolaus war der Überlieferung zufolge der Bischof von Myra.

Gesicherte historische Nachrichten über das Leben und Wirken von Nikolaus gibt es nicht. Der Kult um Nikolaus entwickelte sich erst zu Beginn des 6. Jahrhunderts. Kaiser Justinian weihte ihm eine Kirche in Konstantinopel - dem heutigen Istanbul. Der Kult verbreitete sich über Griechenland, wo er als "Hyperhagios", "Überheiliger", verehrt wird, in die ganze Welt. In der orthodoxen Tradition gilt Nikolaus als einer der am meisten verehrten Heiligen. Nikolaus ist unter anderem auch Patron der Pfandleiher und Bankiers.

Legende:
Ein Christ hatte einem Juden, der ihm Geld geliehen hatte, im Namen des heiligen Nikolaus versprochen das Geld pünktlich zurückzuzahlen. Aber er tat es nicht, sondern behauptete, er habe den Betrag längst zurückgegeben. Als es in einer Gerichtsverhandlung dann zum Schwur kam, benutzte der Christ einen Trick: er versteckte das Geld im Inneren eines Stabes und bat den Juden, den Stab zu halten, damit er die Hände für den Schwur frei halten könne; dann schwor er, dass der Jude das Geld habe, nahm dann wieder den Stab zu sich und verließ mit dem Geld darin das Gerichtsgebäude. Wie das Schicksal es so wollte, kam der Christ später unter die Räder eines Wagens und starb; der Jude aber zeigte sich großzügig: er wollte das ihm gehörende Geld nur nehmen, wenn der Hl. Nikolaus den Christen wieder zum Leben erwecke, was dann auch geschah, woraufhin der Jude sich zum Christentum bekehrte.





Freitag, 8. Mai 2015

Sankt Georg und der Pfannkuchenesser • Legende aus Santorin


Auf der Insel Santorin lebte einst eine arme Frau, die einen Sohn hatte. Dieser Sohn wanderte aus, um Arbeit zu finden. Als er fort war, ging seine Mutter jeden Tag zur Kirche St. Georg und betete zu dem Heiligen, er möge doch ihrem Sohn helfen, gesund zu bleiben und gute Arbeit zu finden. Eines Tages bekam die Frau einen Brief von ihrem Sohn, darin stand, dass er viel Geld verdient hätte und bald zurückkommen werde. Als Dank brachte die Mutter, da sie nichts anders hatte, dem Heiligen einen wunderbaren Pfannkuchen, mit Zwiebeln und vielen Kräutern gebacken, zur Kirche. Kurze Zeit später besuchte ein Mann die Kirche um zu beten. Er schnupperte, ging dem Duft nach und fand den noch dampfenden Pfannkuchen. Da er gierig und hungrig war und ihm der Magen knurrte, aß er, ohne lange zu überlegen, die dem St. Georg geweihte Speise auf. Als er den letzten Bissen hinuntergeschluckt hatte, wandte er sich um und wollte die Kirche verlassen. Aber er fand keine Tür mehr. Dort, wo er hereingekommen war, sah er nur noch Mauerwerk. Er schaute sich im ganzen Kirchenraum um, fand aber keinen Ausgang. Da fiel der Mann auf die Knie, flehte den hl. Georg an und versprach ihm Geld und Reichtümer. Das hatte keinen Erfolg. Er blieb lebendig eingemauert. Schließlich sagte der Mann: "Heiliger Georg, ich bringe Dir einen Pfannkuchen, der wird genauso groß sein, wie jener, den ich hier gefunden und aufgegessen habe!" Kaum hatte er den Satz zu Ende gesprochen, da öffnete sich direkt ihm gegenüber das Mauerwerk und die Tür  war plötzlich wieder da. Der Mann lief sofort hinaus und erzählte allen, die es hören wollten, sein Erlebnis. Am nächsten Tag ging er von Haus zu Haus und lud das ganze Dorf ein: Sie sollten alle am Abend vor die Kirche kommen. Als die Bewohner am Abend auf dem Kirchplatz erschienen, staunten sie nicht schlecht. Der Mann hatte einen riesigen Berg von Pfannkuchen gebacken und jeder der wollte, durfte soviel davon essen, wie er verdrücken konnte. Natürlich wurde auch dem Heiligen Georg ein großer Stapel Pfannkuchen in die Kirche gestellt. 

Das hat allen so gut gefallen, dass das kleine Dorf auf der Vulkaninsel Santorin seit dieser Zeit jedes Jahr am gleichen Tag das Fest des Heiligen Georg vor den offenen Kirchentüren mit Pfannkuchen feiert.







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