Aventin Blog: Beute
Posts mit dem Label Beute werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Beute werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 30. November 2015

Der Löwe, der Bär und der Fuchs • Streit • Fabel von Aesop

Ein Fuchs war einmal auf Jagd gegangen, einen guten Bissen zu erbeuten. Er war noch nicht lange unterwegs, als er ein lautes Streiten vernahm. Ein Bär schlug mit seinen Tatzen nach einem Löwen und fauchte ihn wütend an: "Ich war der erste beim Lamm. Die Beute gehört mir, ich habe das Tier gefangen." "Nein!" brüllte der Löwe zornig zurück. "Du lügst! Ich war als erster hier, und darum gehört die Beute mir." Er wehrte sich kräftig und schnappte mit seinen scharfen Zähnen nach dem Fell des Bären. 

Der Löwe und der Bär kämpften verbissen miteinander. Dem Fuchs erschien der Kampf endlos zu sein. Nicht weit entfernt lag die Streitbeute achtlos am Boden und er musste sich zusammenreißen, dass er sich nicht gleich auf das tote Lamm stürzte. Aber er war klug und sagte sich: "Sind die Streitenden erst erschöpft, dann können sie mir nichts mehr anhaben." 

Als der Bär und der Löwe nach unerbittlichem Kampf endlich kraftlos zusammenbrachen, waren sie tatsächlich nicht mehr fähig, sich zu rühren. Der Fuchs schritt nun furchtlos an ihnen vorbei und holte sich gefahrlos das gute Stück. Er verneigte sich noch höflich und sagte: "Danke, meine Herren, sehr freundlich, wirklich sehr freundlich!" Lachend zog er mit seinem guten Beutestück ab.

Lehre:
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.





Donnerstag, 26. März 2015

Hund und Fuchs • Streit um die Wurst • Fabel aus Korea

Ein Hund und ein Fuchs erblickten gleichzeitig eine schöne große Wurst, die jemand verloren hatte, und nachdem sie eine Weile unentschieden darum gekämpft hatten, kamen sie überein, mit der Beute zum klugen Affen zu gehen. Dessen Schiedsspruch sollte gültig sein. Der Affe hörte die beiden Streitenden aufmerksam an. Dann fällte er mit gerunzelter Stirn das Urteil: "Die Sachlage ist klar. Jedem von euch gehört genau die halbe Wurst!" Damit zerbrach der Affe die Wurst und legte die beiden Teile auf eine Waage. Das eine Stück war schwerer. Also biss er hier einen guten Happen ab. Nun wog er die Stücke von neuem. Da senkte sich die andere Schale; happ-schnapp, kürzte er auch diesen Teil. Wiederum prüfte er sie auf Gleichgewicht, und nun musste wieder die erste Hälfte ihr Opfer bringen. So mühte der Affe sich weiterhin, jedem sein Recht zu schaffen. Die Enden wurden immer kleiner und die Augen von Hund und Fuchs immer größer. Schließlich, rutsch-futsch! war der Rest hier und dort verschlungen. Mit eingeklemmten Ruten schlichen Hund und Fuchs in verbissener Wut davon. In gehöriger Entfernung fielen sie übereinander her und zerzausten sich. Die Fabel lehrt: Hüte das Deine, lass jedem das Seine! (Korea)







Dienstag, 10. Februar 2015

Der Löwe, der Esel und der Fuchs | Teilung der Beute | Aesop

aventin.blogspot.com

Der Löwe, der Esel und der Fuchs schlossen einen Bund und gingen zusammen auf die Jagd. Als sie große Beute gemacht hatten, befahl der Löwe dem Esel, er solle diese teilen. Der Esel machte darauf drei gleiche Teile und sagte dem Löwen, er möge sich seinen Teil selbst wählen. Der Löwe geriet darüber in Zorn und zerriss den Esel. 

Sodann verlangte der Löwe vom Fuchs, nun solle er teilen. Da schob der Fuchs fast die ganze Beute auf einen Haufen zusammen und ließ für sich selbst nur ein paar kleine Stücke übrig. Der Löwe lächelte zufrieden und fragte den Fuchs: "Nun sage, was hat dich gelehrt, so richtig zu teilen?" Der Fuchs antwortete: "Das Schicksal des Esels!" 

Lehre:
Gib dem Kaiser was des Kaisers, dem König was des Königs ist und dem Bettelmann einen Bettel!







Freitag, 23. Januar 2015

Der durchbohrte Adler | Doppelter Schmerz | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com

Ein Adler saß hoch oben auf einem Felsen und spähte nach Beute aus. Da schoss ein Bogenschütze nach ihm. Der Pfeil durchbohrte ihn und blieb in seiner Brust stecken, sodass der befiederte Schaft  noch herausragte. 

Diesen Schaft vor Augen sprach der Adler: "Das macht mir doppelten Schmerz, dass ich durch meine eigenen Federn sterben muss."

Lehre:
Doppelt schmerzt es, wenn man sich mit den eigenen Waffen geschlagen sieht!







Montag, 23. Januar 2012

Der Löwenanteil | Kuh-Ziege-Schaf-Löwe | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com
Eine Kuh, eine Ziege und ein Schaf schlossen mit einem Löwen Freundschaft. Als sie in einem Gebirge auf Jagd gegangen waren, brachten sie einen großen Hirsch zur Strecke und wollten ihn teilen. Da sprach der Löwe: "Den ersten Teil erhalte ich, weil ich der Löwe bin; der zweite gehört mir, weil ich so viel stärker bin als ihr. Den dritten Teil nehme ich für mich in Anspruch, weil ich mehr gelaufen bin als ihr, und wer endlich den vierten anrührt, der muss mit meiner Feindschaft rechnen." So trug er dank seiner Unverschämtheit die ganze Beute allein davon.


Lehre:
Die Fabel mahnt, wenn man sich mit Mächtigen einlassen sollte, vorsichtig zu sein. In einem Sprichwort heißt es: Immer wenn Mächtige mit Armen teilen sollten, ging es nicht ganz ordentlich zu. Außerdem: Mächtige sind oftmals auch keine Vegetarier wie Kuh, Ziege und Schaf!









Freitag, 2. Dezember 2011

Der Hund und das Stück Fleisch | Begierde | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com
Ein großer Hund hatte einem kleinen, schwächlichen Hündchen ein dickes Stück Fleisch abgejagt. Er brauste mit seiner Beute davon. Als er über eine schmale Brücke lief, fiel zufällig sein Blick ins Wasser. Wie vom Blitz getroffen blieb er stehen, denn er sah unter sich einen Hund, der gierig seine Beute festhielt. „Der kommt mir zur rechten Zeit", sagte der Hund auf der Brücke, "heute habe ich wirklich Glück. Sein Stück Fleisch scheint noch größer zu sein als meines." Gefräßig stürzte er sich kopfüber in den Bach und biss nach dem Hund, den er von der Brücke aus gesehen hatte. Das Wasser spritzte auf. Er ruderte wild im Bach umher und spähte hitzig nach allen Seiten. Aber er konnte den Hund mit dem Stück Fleisch nicht mehr entdecken, er war verschwunden. Da fiel dem Hund sein soeben erbeutetes, eigenes Stück ein. Wo war es geblieben? Verwirrt tauchte er unter und suchte vergeblich danach. 

Lehre:
In seiner dummen Gier war ihm auch noch das Stück Fleisch verloren gegangen, das er schon sicher zwischen seinen Zähnen gehabt hatte.







Sonntag, 16. Oktober 2011

Der Rabe und der Fuchs | Schmeichelei | Fabel von Phaedrus

aventin.blogspot.com
An einem Morgen saß ein Rabe mit einem gestohlenen Stück Käse im Schnabel auf einem Ast, wo er in Ruhe seine Beute verzehren wollte. Zufrieden krächzte der Rabe über seinen Käse. 

Dies hörte ein vorbei ziehender Fuchs. Er dachte nach, wie er an den Käse kommen könnte. Endlich hatte er eine hinterlistige Idee. Freundlich begann der Fuchs den Raben zu loben: „Oh Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!“ 

Das schmeichelte dem Raben und das Herz schlug ihm vor Freude höher. Stolz riss er seinen Schnabel auf und begann zu krächzen. Dabei entfiel ihm das köstliche Stück Käse. Darauf hatte der Fuchs nur gewartet. Schnell schnappte er sich die Beute und machte sich gleich ans Fressen. Da rief der Rabe empört: „He, das war gemein!“ Doch der Fuchs lachte nur über den törichten Raben.

Lehre:
Hüte dich vor Schmeichlern und anderen Verführern, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben.








LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...