Aventin Blog: Februar 2016

Montag, 29. Februar 2016

Vom Esel, vom Fuchs und vom Löwen | Falschheit und Verrat | Fabel von Aesop


Ein Esel und ein Fuchs lebten lange freundschaftlich zusammen und gingen auch miteinander auf die Jagd. Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen ein Löwe so plötzlich in den Weg, dass der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da nahm er zu einer List seine Zuflucht. Mit erkünstelter Freundlichkeit sprach er zum Löwen: "Ich fürchte nichts von dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines dummen Gefährten dienen, so darfst du nur befehlen." Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Esel in eine Grube, in der er sich fing. Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: "Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit zuerst." 

Lehre:
Man liebt den Verrat, aber hasst den Verräter.





Freitag, 26. Februar 2016

Psychologie Alltag | Beispiel 10€ Schein | Menschen verlieren nie ihren Wert

In einer Klasse hält ein Lehrer einen 10€ Schein in die Luft und fragt : "Wer will ihn haben?" Natürlich heben alle Schüler die Hand. Dann zerknittert der Lehrer den Schein und fragt: "Wollt ihr den immer noch?" Wieder heben alle die Hände. Der Lehrer wirft den zerknüllten Schein auf den Boden, trampelt darauf und fragt weiter: "Wollt ihr ihn denn jetzt immer noch?" Und wieder heben alle Schüler die Hände. Dann sagt der Lehrer: "Ihr habt heute eine wichtige Lektion gelernt! Egal was ich mit diesem 10€ Schein mache, ihr wollt ihn trotzdem immer haben, weil sein Wert sich nicht verändert. Er ist immer 10 Euro wert. 
In Eurem Leben werdet ihr mehrmals verzweifelt sein und von manchen Menschen weg gestoßen, verarscht oder sogar gehasst werden und ihr werdet das Gefühl haben, Nichts mehr wert zu sein. Doch seid Euch immer eines bewusst - egal welche Qualen ihr erleben müsst, wie viele Menschen Euch auch wegstoßen mögen... - für Menschen, die Euch lieben, werdet ihr nie weniger wert sein! Auch wenn ihr arm seid, keinen Reichtum besitzt oder nichts mehr habt, verliert ihr nie Euren Wert."





Mittwoch, 24. Februar 2016

Wer oder was ist das? | Es rührt sich nicht vom Fleck!


Es rührt sich stundenlang nicht vom Fleck
und starrt geistesabwesend Löcher in die Luft!
Es kaut an einem Holz und 
hüpft über Kreuz hin und her!



▃ ▄ ▅ ▆ ▇   Antwort   ▇ ▆ ▅ ▄ ▃







Dienstag, 23. Februar 2016

Der Spatz und die Ulmer Bürger | Sage aus Deutschland

Als die Bürger der Stadt Ulm im Jahr 1377 begannen, ihr Münster mit dem höchsten Turm im Land zu bauen, trug sich folgende Begebenheit zu: Für das Baugerüst waren die längsten und kräftigsten Stämme in den naheliegenden Wäldern gefällt worden und vor das Stadttor geschafft. Dort aber merkte man, dass das Tor viel zu wenig breit war, um die Stämme hindurch zu bringen. Die klugen Ulmer beratschlagten und hätten gar schon das Tor samt dem schönen Turm darauf eingerissen, da zeigte einer von ihnen, der gerade in die Luft geguckt hatte, nach oben und rief: "ich hab's!" Da sahen die Männer einen kleinen Spatz, der ihnen sonst ganz unnütz dünkte, da er nur die Körner auf dem Feld weg fraß, wie er einen langen Halm in seine Nisthöhle schleppte. Anstatt quer mit ihm hängen zu bleiben, wie die Ulmer mit den Baumstämmen am Stadttor, zog der Spatz den Halm längs durch das kleine Loch. Das taten die Ulmer Bürger ihm nach und konnten ihr Münster doch noch fertig bauen. 

Zur Erinnerung an das kluge Tier setzten sie ihm ein goldenes Denkmal hoch oben auf dem First des Daches vom Münster. Dort kann man den Spatz von Ulm auch heute noch blinken sehen. Die Ulmer tragen seitdem den Spitznamen "Spatzen".





Montag, 22. Februar 2016

Der Fuchs und der Bock | Von unüberlegtem Handeln | Fabel von Aesop

Ein Bock und ein Fuchs gingen in der größten Hitze miteinander über die Felder und fanden, von Durst gequält, endlich einen Brunnen, jedoch kein Gefäß zum Wasserschöpfen. Ohne sich lang zu bedenken, sprangen sie, der Bock voraus, hinunter und stillten ihren Durst. 

Nun erst begann der Bock umherzuschauen, wie er wieder herauskommen könnte. Der Fuchs beruhigte ihn und sagte: "Sei guten Muts mein Freund, noch weiß ich Rat, der uns beide retten kann! Stelle dich auf deine Hinterbeine, stemme die vorderen gegen die Wand und recke den Kopf recht in die Höhe, dass die Hörner ganz aufliegen, so kann ich leicht von deinem Rücken hinausspringen und auch dich retten!" 

Der Bock tat dies alles ganz willig. Mit einem Sprung war der Fuchs gerettet und spottete nun des Bocks voll Schadenfreude, der ihn hingegen mit Recht der Treulosigkeit beschuldigte. Endlich nahm der Fuchs Abschied und sagte: "Ich sehe schlechterdings keinen Ausweg zu deiner Rettung, mein Freund! Höre aber zum Dank meine Ansicht: Hättest du so viel Verstand gehabt als Haare im Bart, so wärest du nie in diesen Brunnen gestiegen, ohne auch vorher zu bedenken, wie du wieder herauskommen könntest!" 

Lehre:
Bedenke vorher was du tust.

Und die Moral von der Geschicht:
Schlechte Gesellschaft führt ins Elend.





Freitag, 19. Februar 2016

Das Testament | Novelle von Jeremias Gotthelf

Schon manchen haben einige bei dem Tode eines Menschen wohl angewandte Minuten wohlhabend gemacht. Die Erben sind oft nicht gleich bei der Hand, und wer sich nicht fürchtet, aus dem noch nicht erkalteten Hosensack die Schlüssel zu nehmen, kann bis zu ihrer Ankunft viel auf die Seite schaffen. Fatal ist es aber, wenn der Verstorbene so plötzlich von hinnen gerufen wird, dass er für die, welche zunächst um ihn sind, nicht testamentlich sorgen konnte, und das geschieht oft; denn solche Leute testamentieren nicht gern, sie hoffen noch der Tage viele.

Aber auch da wussten sich schlaue Leute einmal wohl zu helfen. Sie schleppten den Verstorbenen in eine Rumpelkammer, und in das noch nicht erkaltete Bett legten sie einen vertrauten Knecht, setzten ihm die Nachtkappe des Verstorbenen auf und liefen nach Schreiber und Zeugen. Schreiber und Zeugen setzten sich an den Tisch am Fenster, rüsteten das Schreibzeug und probierten, ob guter Wein in den Karaffen sei. Unterdessen ächzet und stöhnt es im dunklen Hintergrund hinter dem dicken Umhang, und eine schwache Stimme fragt, ob der Schreiber nicht bald fertig sei - es geht nicht mehr lange mit ihm. Der Schreiber nimmt hastig das Glas vom Mund und ergreift die Feder und lässt diese flüchtig übers Papier gleiten, aber immer halblinks schauend, wo das Glas Wein steht.

Da diktiert, leise hüstelnd, die Stimme hinter dem Umhang das Testament, und der Schreiber schreibt, und freudig hören die Anwesenden, wie sie Erben würden von vielem Gut und Geld. Aber blasser Schrecken fährt über ihre Gesichter, und faustdicke Flüche quellen ihnen im Halse, als die Stimme spricht: „Meinem getreuen Knecht aber, der mir so viele Jahre treu gedient hat, vermache ich achttausend Pfund.“ Der Schalk im Bett hatte sich selbst nicht vergessen und bestimmte für sich selbst seinen Lohn für die gut gespielte Rolle.

Er war aber noch bescheiden; er hätte sich gut zum Haupterben machen können, und was hätten die andern sagen sollen?






Dienstag, 16. Februar 2016

Sage vom Berggeist Domine Johannes - Rübezahl - und der Kräutersammlerin

Der Berggeist Rübezahl vom Riesengebirge hat öfters arme Leute reich und glücklich gemacht. So half er einer armen Kräutersammlerin, die sich verirrt hatte, auf den richtigen Weg, nahm ihr aber die Kräuter, die sie im Korb hatte, heraus und legte ihr Baumblätter hinein. Weil aber die Frau später wieder die gleichen Kräuter fand, warf sie die Baumblätter weg. Einige davon waren aber im Korbgeflecht hängen geblieben. Als sie nach Hause kam, waren alle diese Blätter aus feinem Gold. Sogleich ging die Frau nochmals in den Wald zurück, um die weggeworfenen zu suchen, fand sie aber nicht mehr. Doch schon die wenigen Blätter, die ihr verblieben waren, machten sie sehr reich.

In alter Zeit hat man Rübezahl voller Ehrfurcht angeredet: Domine Johannes. Bergbewohner, die höher oben im Riesengebirge wohnen, wissen dies und vermeiden auch heute noch die dem Berggeist verhasste Benennung "Rübezahl", die als Spottname gilt. Dem Herrn Johannes hat man früher zur Zeit der Sommersonnenwende schwarze Hähne geopfert.





Montag, 15. Februar 2016

Der Adler und die Dohle | Arroganz | Fabel von Aesop

Ein Adler stürzte sich hoch aus der Luft auf ein Lamm, fasste es mit seinen Krallen und trug es mit Leichtigkeit davon. Eine Dohle hatte dies mit angesehen, und da sie sich ebenso stark glaubte wie der Adler, flog sie auf einen Widder zu. Aber vergeblich bemühte sie sich, ihn fortzubringen, sie verwickelte sich in die Wolle und konnte nun auch nicht wieder davonfliegen. 

Als ein Hirte sie zappeln sah, haschte er sie, beschnitt ihr die Flügel und nahm sie seinen Kindern zum Spielzeug mit. "Ei! Ei!" riefen hocherfreut die Kinder, "wie nennt man diesen Vogel?" "Vor einer Stunde noch", antwortete der Vater, "hielt er sich für einen Adler, musste aber bald einsehen, dass er nur eine kleine Dohle ist." 

Lehre:
Wage dich nicht an Dinge, die deine Kräfte übersteigen; es gibt sonst zum Schaden noch Spott.





Sonntag, 14. Februar 2016

Von Herren und Sklaven | Weltlüge | Theresia von Avila



Eine der Lügen der Welt ist es,
Menschen Herren zu nennen, 
da sie doch in Wirklichkeit
 nur Sklaven sind 
von tausend Dingen.

(Theresia von Avila)





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